Künstlerische Collage mit einem Auge, floralen Elementen und einer Textur aus zerknittertem Papier.

Mehr Frauen! Bremer Künstlerinnen auf Papier – bis 8.11. in Bremen

Feingliedrige Bleistiftzeichnungen, fließende Aquarelle und energische Kohleskizzen: In der Kunsthalle Bremen rücken Arbeiten von Künstlerinnen aus der Stadt in den Mittelpunkt. Die Ausstellung „Mehr Frauen! Bremer Künstlerinnen auf Papier“ zeigt vom 22. Juli bis 8. November 2026 insgesamt 60 Werke. Sie richtet den Blick auf die Zeichnungen und darauf, wie sich ihre Urheberinnen Ausbildungsmöglichkeiten und künstlerische Netzwerke erschlossen.

Für Menschen mit Interesse an Zeichnung, Bremer Kunstgeschichte und den Lebenswegen von Künstlerinnen bietet die Schau einen konkreten Zugang. Eintrittspreise, Buchungsbedingungen, Öffnungszeiten, Anreise und Barrierefreiheit sind in den vorliegenden Ausstellungsangaben nicht genannt; diese Besuchsdetails sollten vorab bei der Kunsthalle geklärt werden.

60 Werke aus einem überraschenden Sammlungsbefund

Ausgangspunkt ist das Forschungsprojekt „Handzeichnungen HB“. Dafür hat die Kunsthalle ihre Sammlung von Zeichnungen Bremer Künstlerinnen und Künstler genauer untersucht. Nach Angaben des Hauses bewahrt das Kupferstichkabinett im Verhältnis zum männlich geprägten Gesamtbestand überdurchschnittlich viele Zeichnungen von Bremer Künstlerinnen.

Die Ausstellung macht diesen Befund anhand einer Auswahl von 60 Arbeiten sichtbar. Bleistift, Aquarell und Kohle stehen dabei für unterschiedliche zeichnerische Ausdrucksmöglichkeiten. Wer die Schau besucht, begegnet somit mehreren Techniken innerhalb eines gemeinsamen regionalen Zusammenhangs.

Die Auswahl lenkt zugleich den Blick auf eine Besonderheit der Sammlung: Der Gesamtbestand und die auf Papier bewahrten Arbeiten erzählen hinsichtlich der vertretenen Künstlerinnen unterschiedliche Geschichten. Eine genaue Quote nennt der vorliegende Ausstellungstext nicht. Die Zahl von 60 Werken bezeichnet die ausgestellte Auswahl, nicht den gesamten untersuchten Bestand.

Wie Bremer Künstlerinnen eigene Netzwerke aufbauten

Bis 1919 durften Frauen nicht an staatlichen Kunstakademien studieren. Ihre Ausbildungschancen waren dadurch massiv eingeschränkt. Die Ausstellung verfolgt, wie Künstlerinnen auf diese Hindernisse mit eigenen Verbindungen und Zusammenschlüssen reagierten.

Mehr Frauen! Bremer Künstlerinnen auf Papier – bis 8.11. in Bremen

1899 gründeten Bremerinnen den Bremer Malerinnenverband. Ab 1928 traten sie außerdem der „Gemeinschaft deutscher und oesterreichischer Künstlerinnen und Kunstfreundinnen“, kurz GEDOK, bei. Diese Netzwerke bilden einen zentralen Zusammenhang der Schau: Sie helfen zu verstehen, unter welchen Bedingungen die ausgestellten Arbeiten entstanden. Für den Rundgang ergibt sich daraus ein zweiter Blick neben der Betrachtung der Techniken: auf die Beziehungen, die Ausbildung und künstlerischen Austausch ermöglichten.

Verbindungslinien nach Worpswede, Fischerhude und Dötlingen

Der Blick reicht über Bremen hinaus ins Umland. In Worpswede, Fischerhude und Dötlingen lebten Künstlerinnen und Künstler Tür an Tür und unterrichteten die nächste Generation im Malen und Zeichnen – in bewusster Abgrenzung zu den Akademien.

Die Kunsthalle nennt in diesem Zusammenhang die Künstlerfamilien Modersohn, Plump und Breling. Aus Bekanntschaften in den Künstlerorten und bei der GEDOK entstanden auch tiefe Freundschaften. Die Ausstellung verfolgt diese Beziehungen und die regionale Verwurzelung der Künstlerinnen.

Besuch bis 8. November, Recherche im Online-Katalog

Die Ausstellung läuft in der Kunsthalle Bremen bis zum 8. November 2026. Als Ausgangspunkt für die Besuchsplanung dient die Ausstellungsseite der Kunsthalle Bremen, auf deren Angaben dieser Überblick beruht. Wer vor oder nach dem Besuch weiter recherchieren möchte, findet laut Kunsthalle sämtliche Werke des Forschungsprojekts „Handzeichnungen HB“ im Online-Katalog des Hauses.

Quelle: Kunsthalle Bremen – Ausstellungen

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