Historische Tankstelle mit Zapfsäulen unter einem blauen Vordach an einem sonnigen Tag.

Benzin und Diesel am Sonntag richtig vergleichen

Wer am Sonntag tanken muss, sollte nicht nur auf den günstigsten Literpreis schauen. Entscheidend ist, ob die Ersparnis den zusätzlichen Weg ausgleicht. Für eine belastbare Entscheidung brauchen Autofahrer den aktuellen Preis ihrer Kraftstoffsorte, den Verbrauch ihres Fahrzeugs und die tatsächlich gefahrene Umwegstrecke.

Aktuelle Tankpreise zuerst nach Kraftstoffsorte prüfen

Benzin und Diesel sind nicht direkt miteinander vergleichbar. Ein Dieselfahrzeug verbraucht häufig weniger Liter auf 100 Kilometer, während der Preisunterschied zwischen den Kraftstoffsorten je nach Marktlage schwankt. Verglichen werden sollte deshalb immer nur dieselbe Sorte, etwa Super E10 mit Super E10 oder Diesel mit Diesel.

Konkrete Tagespreise dürfen nur aus einer aktuellen und verlässlichen Preisquelle übernommen werden. Der ADAC informiert über Kraftstoffpreise und das Tanken in Deutschland. Das Bundeskartellamt beobachtet den Wettbewerb und veröffentlicht Informationen zur Marktbeobachtung. Beide Quellen liefern Einordnung, ersetzen aber nicht den individuellen Preischeck an der ausgewählten Tankstelle.

Die Preise können sich außerdem nach Region, Tankstellenlage und Tageszeit unterscheiden. Stationen an Autobahnen oder stark befahrenen Hauptstraßen sind häufig anders positioniert als Tankstellen im Gewerbegebiet oder am Stadtrand. Aus einem einzelnen Preis lässt sich daher kein deutschlandweiter Trend ableiten.

So berechnen Autofahrer die tatsächlichen Tankkosten

Für die eigene Rechnung genügen drei Werte:

  • der Preis pro Liter,
  • der Verbrauch des Autos in Litern je 100 Kilometer,
  • die zusätzliche Strecke zur günstigeren Tankstelle.

Die Kosten für eine Fahrt lassen sich so berechnen:

Strecke in Kilometern ÷ 100 × Verbrauch × Preis pro Liter = Fahrtkosten

Beispiel ohne aktuelle Preisbehauptung: Verbraucht ein Auto 6,5 Liter auf 100 Kilometer und kostet der Liter 1,80 Euro, entstehen für 100 Kilometer Kraftstoffkosten von 11,70 Euro. Bei einem Umweg von 8 Kilometern sind es rund 0,94 Euro. Die Rechnung berücksichtigt zunächst nur den Kraftstoff, nicht zusätzliche Zeit, Verschleiß oder Parkkosten.

Für den Tankstellenvergleich wird die Ersparnis pro Liter mit der getankten Menge multipliziert. Kostet eine Tankstelle beispielsweise 5 Cent weniger und werden 40 Liter getankt, beträgt die Bruttoersparnis 2 Euro. Verursacht der Umweg jedoch 12 zusätzliche Kilometer und verbraucht das Fahrzeug dabei rund 0,78 Liter, kann ein großer Teil des Vorteils bereits verschwinden.

Benzin und Diesel am Sonntag richtig vergleichen

Die einfache Umwegformel

Zusätzliche Kraftstoffkosten des Umwegs:

Umwegkilometer ÷ 100 × Verbrauch × aktueller Literpreis

Nur wenn die Ersparnis durch den günstigeren Literpreis höher ist als diese Zusatzkosten, lohnt sich der Umweg rein rechnerisch. Die Zeitkosten bleiben dabei außen vor. Wer wegen dichterem Verkehr deutlich länger unterwegs ist, sollte den Preisvorteil deshalb nicht überbewerten.

Tageszeit und Tankstellenlage verändern den Vergleich

Ein Preisvergleich ist nur sinnvoll, wenn die Angebote möglichst zeitnah geprüft werden. Kraftstoffpreise können sich im Tagesverlauf ändern. Ein am Vormittag gefundener Preis muss am Sonntagnachmittag nicht mehr gelten. Vor der Abfahrt sollte daher der aktuelle Preis der konkreten Tankstelle kontrolliert werden.

Auch die Lage beeinflusst die Entscheidung. Ein kleiner Preisvorteil in großer Entfernung ist nicht automatisch besser als eine etwas teurere Station auf dem ohnehin geplanten Weg. Wer ohnehin an einer Tankstelle vorbeifährt, hat meist geringere Zusatzkosten als jemand, der ausschließlich für den günstigeren Preis einen Umweg fährt.

Welche Angaben vor dem Tanken noch wichtig sind

Für eine realistische Rechnung sollten Autofahrer außerdem prüfen:

  • ob das Fahrzeug den angebotenen Kraftstoff tatsächlich verträgt,
  • wie viele Liter voraussichtlich getankt werden,
  • ob der Preis an eine bestimmte Zahlungsart oder Aktion gebunden ist,
  • ob der Umweg zusätzliche Maut-, Park- oder Wartekosten verursacht,
  • ob eine spätere Tankfahrt ohnehin geplant ist.

Der beste Tankpreis ist damit nicht zwingend der niedrigste Preis auf der Karte. Maßgeblich ist der Endbetrag für die gesamte Fahrt. Wer die aktuelle Preisanzeige mit Verbrauch und Umweg kombiniert, kann am Sonntag sachlicher entscheiden und vermeidet eine scheinbare Ersparnis, die durch den zusätzlichen Weg wieder verloren geht.

Quelle: ADAC

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